6. Tag Buchholz – Handeloh

Der Tag begann mit einer Überraschung: es regnete! Laut Wetter-App sollte es aber im Laufe des Tages trockener werden, bisher war es ja immer umgekehrt. Das passte aber gut zum Sonntag, Frühstück erst ab 8, Aufbruch um 10. Mein Optimismus, dass es nun durchgehend trocken sei, wurde nicht erfüllt. Zum Glück hatte ich im Hotelzimmer das Anziehen des Regencapes geübt: ganz figelliensch wird erst hinten unten ein Band befestigt, dann das Cape nach hinten über den Rucksack geworfen. Wenn man dann zwischen den Beinen das Band ergreift, kann man das Cape doch über den prallen Rucksack nach unten ziehen. Diese Prozedur musste ich nach Untequerung der Bahn in der Nähe des Buchholzer Bahnhofs durchexerzieren; das Ergebnis sehen wir hier:

Buckliges Regenmännchen

Zur Belohnung gab es direkt aus dem Gebüsch rote Mirabellen! Die Regenhose allerdings wurde mir schnell zu warm und sooo doll regnete es nun auch wieder nicht.

Es ging nämlich bergauf auf den 101 m hohen Höllenberg, danach gleich wieder steil bergab und in die Höllenschlucht, einen mindestens 500 cm tief eingeschnittenen Canyon mit steilen Wänden.

Danach der echte Höhepunkt des Tages, der 130 m hohe Brunsberg (Komoot meint, ich habe heute 400 Höhenmeter gemacht – nicht schlecht für die norddeutsche Tiefebene…). Als wir den E1 gingen, waren Rike und ich schon mal hier, da haben wir die Aussicht genossen, heute war es trübe. Es war schön, bald wieder im windgeschützten Wald zu sein. Als ich endlich eine Bank gefunden hatte, gab es die wohlverdiente Rast. Das Aprilwetter hatte sich soweit stabilisiert, dass ich das Regencape verstauen konnte.

Ich war sehr in Versuchung, das Büsenbachtal auszulassen, aber ich hatte ja Zeit und es war doch wieder so schön, dass ich sogar Bilder gemacht habe:

Danach war Handeloh schnell erreicht und ich konnte mit dem Warten auf den Zug nach Schneverdingen beginnen. Das dauerte etwa 1,5 Stunden. Die Zeit verging mit einer Tasse Cappuccino wie im Fluge. Das ist übrigens eine interessante Erfahrung auf dieser Wanderung: Warten ist überhaupt nicht schlimm, sondern im Gegensatz zum Wandern Erholung pur.

Um 16:30 fuhr pünktlich der Zug nach Schneverdingen, die Fahrt dauerte nur 11 Minuten. Der Weg zur Blumen-Villa in Schneverdingen hat länger gedauert, Schneverdingen ist ganz schön groß…

Da ich 2 Nächte hier bleiben will, sah ich mich schon am Waschbecken Wäsche waschen. Aber es gibt hier sogar eine Waschmaschine zur freien Verfügung. Strümpfe, Hemden und T-Shirts werden wieder sauber sein!

Im Gegensatz zu gestern war das Essen (Balkan) heute wieder sehr (Lamm-)Fleisch-lastig. Habe beschlossen, zukünftig zur Klimarettung beizutragen, indem ich auch in Restaurants weniger Fleisch esse.