Das Thema heute ist der Knüll, eine Buchenwald-reiche Gegend.
Zuerst geht es bergab nach Allmuthshausen. Ob hier wohl viele Mädchen Almut genannt werden? Die schweren Abholzmaschinen haben die Wege schwer passierbar gemacht.
Blick zurück auf Allmuthshausen
Die Stromzäune zum Schutz des Mais‘ vor Wildschweinen sind hier aufwendiger als sonst:
Der Berg ist das Ziel
Erste Rast auf dem Silberberg (527 m)
Auch hier oben haben vor einiger Zeit die Forstmaschinen gewütet. Gummistiefel wären hier eine sinnvolle Ausrüstung gewesen.
Hier sond tatsächlich mehr Hütten als ich brauche…
Bilsteinhütte
von unten vor Aufstieg
Oben
Knüllköpfchen (634 m)
Süd
West
Nord
Ost
Blicke vom TurmDie besondere Regenwolke
Das Bild von der Regenwolke habe ich gemacht, als sie von Norden auf mich zuschwebte. Sie kam mit ziemlichem Tempo auf mich zu und ich fragte mich, ob sie sich am Knüllköpfchen abregnen oder einfach drüber hin fliegen würde. Stattdessen blieb sie minutenlang vor dem Berg stehen, als würde sie überlegen, wie sie mit dem Hindernis umgehen sollte. Dann verlagerte sie sich immer mehr nach Westen und schwebte schließlich am Berg vorbei.
Neukirchen in Sicht
Der Abstieg verlief unspektakulär. Von Westen her kann man mit dem Auto bis fast auf den Gipfel fahren. Auf dem Bild ist die erste Bank entlang des Weges zu sehen. Jetzt kam auch langsam die Sonne.
Die Wirtin betreibt das Hotel, ihr Elternhaus, nebenberuflich. Ansonsten ist sie Berufsschullehrerin in Marburg. Schon an der Größe der Klassen sieht man den zukünfigen Mangeln an Praktiker(inne)n. Das sieht auch eine Radler*innengruppe aus Heilbronn so.
Jedenfalls hat ihr Mann leckeres Wok-Gemüse zubereitet.
Nach dem gefühlten Ruhetag gestern bei Klaus und Isolde geht es heute wieder auf die Piste. Ganz am Anfang kann Klaus mir noch den schönsten Weg über den Sunderbach zeigen.
Zunächst geht es auf die Hochebene bis zum Flughafen als Höhepunkt
HochebeneBlick vom Flughafen zurück
Nach einer Rast im Windschutz eines Flughafengebäudes geht es hinunter ins Tal der Efze.
Am Marktplatz gibt es eine weitere Rast im Café
Kirche und andere Häuser am Markt
Als ich um 3 aufbrechen will, gibt es noch einen kräftigen Schauer. Sonst habe ich keine Probleme mit Regen heute.
Blick zurück auf die Alstadt von unten kurz vor der Efze
Nach der Efze geht es wieder ganz nach oben, großenteils über eine mindestens 1,5 km lange Allee, hauptsächlich von Kastanien, aber auch Ahorn und Linden.
Kastanienallee„Knüllblick“Blick von oben kurz vor dem Hotel
Mit vegetarischem Essen sah es heute nicht so gut aus aber ein Burger aus heimischem Wild ist doch auch ganz nett.
Während meines Frühstücks (2 weiße Standardbrötchen) kamen nach und nach die Hotelangestellten; die meisten trinken erstmal Kaffee, einer schwärmt von den schönen Brötchen und Croissants, die er sich extra vom ersten Bäcker am Ort geholt hat – voll gemein!
Tatsächlich ist es heute regnerisch. Meine Tourverkürzung durch die gestrige Verlängerung zahlt sich also voll aus. Heftig ist der Regen nicht, aber doch recht stetig. Um kurz nach 10 geht’s los.
Rückblick auf Gudensberg
Bis Böttiger geht es schön durch Flur und Wald, dann kommt das heutige Ziel in den Blick
Panorama mit Heiligenberg umd Felsberg
Ab Böttiger fühlt sich der Weg nach Radweg an und zieht sich.
Schließlich geht es über die Eder und dann hoch zu Klaus und Isolde.
Eder mit Schwan
Um 12:30 bin ich da. Sowohl ich als auch meine Wäsche werden gewaschen. Das Hotel für morgen Abend wird gebucht. Es gibt Waffeln und nachher gehen wir in ein Konzert zur Unterstützung des Wiederaufbaus der Syngoge „Barbra Streisand meets Bob Dylan“ von Susan Borofsky and Friends.
Die Etappe von Zierenberg nach Gensungen habe ich mir in 2 nahezu gleiche Abschnitte aufgeteilt: Übernachtung nach 19 km in Niedenstein. Das Wetter ist heute perfekt zum Wandern, wechselhaft kühl (17 Celsius) und trocken.
Rike und ich starten gemeinsam um 9:30. Am Bahnübergang trennen sich unsere Wege, sie geht zum Bahnhof, ich nach Süden.
Marktplatz ZierenbergDörnberg mit Friedrichstein (rechts) und Alpenpfad (li1nks)Auch heute kann ich dem Habichtsteig nicht ausweichenBuchen top, Fichten flopNiedenstein
Niedenstein erreiche ich nach 19 km schon um 14:45. Das Hotel hat kein Restaurant mehr. Statt Empfamg gibt es einen Schlüsselkasten und die Aufforderung, sich telefonisch anzumelden Ein Italiener macht erst abends auf und morgen soll es regnen. Der Hessische Hof in Gudensberg hat noch ein Zimmer für mich. Also hänge ich noch 11 km ran und maschiere nach einstündiger Pause weiter.
Die Landschaft wird sanfter
Der Landgrafenborn spendet kein WasserEndlich mal ein Lenard, der geschrieben wird wie unsrerGudensberg mit BurgbergEs wird flach
Während des Essens fängt es an zu regnen. Der Regen wird mich morgen wohl 9 km nach Gensungen begleiten.
Am Ende des Tages werde ich 3 Wochen unterwegs gewesen sein und mit Rike gemeinsam eine kleine Pause einlegen. Am Sonnabend, 28.08. geht es dann weiter.
Der Regen lässt zunächst auf sich warten, so kann ich frisch um 9:30 starten. An einigen netten (Märchen-)Skulpturen vorbei geht es rasch hinaus aus der Stadt.
Rückblick auf Hofgeismar
Das erinnert ein bisschen an die Marsch
Im Wald fängt es prompt an, sanft zu regnen. Ich versuche, den Unterschied in den Geräuschen zwischen Regen auf die Blätter und von den Blättern wahrzunehmen – schwierig! Jedenfalls ist es trocken, als ich aus dem Wald herauskomme und erste Anzeichen von Westuffeln sehe.
Westuffeln in Sicht
Der Italiener ist zwar hell erleuchtet, aber zu, frustrierend. Ich komme an der alten Poststation vorbei:
Auch aus Westuffeln geht es ziemlich gerade zum Wald…
Rückblick aif Westuffeln
gerade zum Wald
Bei Laar komme ich aus dem Wald ins Warmetal. Die Sonne kommt raus und es wird warm (nicht nur Wortspiel!) Kurz vor Zierenberg muss ich den Schreckenberg doch noch ein Stück hoch. Von hier sieht man das Warmetal schön.
Das Warmetal kurz vor Zierenberg
Dann bin ich im Nu in Zierenberg und treffe Rike auf dem Marktplatz.
Ein Blick auf Wetter-App zeigt, dass ich bis 13 Uhr Chancen auf trockenes Wetter habe, aber erst um 8:30 gibt es Frühstück. Um 9 regnet es dann doch, so breche ich erst kurz vor 10 auf. Es ist trocken und mild, wird allerdings zusehends schwül, so dass Anstrengungen schweißtreibend werden. Ein besondere Anstrengung erfordert der mit „F“ gekennzeichnete Fulda-Diemel-Wanderweg an einer völlig zugewucherten Passage. Ohne Wanderstock-Machete wäre ich da nicht durch gekommen:
Hier braucht es den Wanderstock als Machete
Der Wanderstock hat gewirkt
Ausgang in die Zibilisation
Vom Rand des Deiselberges bieten sich Aussichten:
Rückblick Langenthal
Deisel
Trendelburg
Ein Windrad knarrt und ächzt vor sich hin. Ich beobachte den Kopf genau: der Rotor steht, langsam wird er in den Wind gedreht und beginnt dann zu rotieren.
Kurz bevor es hinunter nach Sielen ins Diemeltal geht, muss ich 100 m noch einmal zurück gehen, weil ich mein Schweißtuch (so heißt das Taschentuch in manchen alten Romanen) verloren habe.
Sielen erwartet mich
Sehr passend zu den ersten Regentropfen finde ich diesen Schuppen, aber bald kann ich weiter ziehen:
Sielen bietet mir Regenschutz
An der Brücke über die Diemel habe ich die Hälfte und gleichzeitig den wohl tiefsten Punkt der heutigen Tour erreicht
Diemel
Danach geht es im Tal parallel zur Diemel ca. 1,5 km stromaufwärts. Wieder treffe ich auf Schafe (und Ziegen). Eingedenk der Erfahrungen bei Amelungsborn hoffentlich kein schleches Omen.
Über die Bahn geht es dann den Abhang hinauf. Trotz Lokomotivführer-Streik konnte ich einen Güterzug mehr hören als sehen:
Es geht jetzt um den Westberg herum. Hier wachsen auffällig viele Tollkirschen:
Was hier wann wirklich los war, weiß ich nicht, aber immerhin bin ich nach dem 2. Schild nicht mehr ganz so ratlos wie beim 1.
?
Schilder
Vor einem letzten Gestrüppanstieg finde ich einen schönen Rastplatz.
Vor dem letzten Abstieg vom Westberg beginnt es zu regnen, in Richtung Kassel grollen die Donner, also eher bei Rike… Als der Regen aufhört, geht es runter auf eine schöne Eiche zu. Von der Eiche aus kann man Hofgeismar übersehen.
Das auffällige rosa Gebäude mit dem filigranen Metall-Türmchen stellt sich als Rathaus heraus. Ihm gegenüber stehen am Markt Fachwerkhäuser.
Gleich um die Ecke ist mein Hotel. Um 16 Uhr bin ich da. Das Restaurant hat heute Abend leider zu, aber es gibt noch sehr leckere Stachelbeertorte.
Die vorher überlegten Restaurant-Alternativen für den Abend gibt es nicht mehr. Bei Bravissimo gibt es einen Meeresfrüchte-Vorspeisenteller und ein Tiramisu – geht doch!
Ich bin jetzt in Hessen angekommen. Einige Autos haben als Kennzeichen HOG – Hofgeismar. Mir ist eine neue Herausforderung eingefallen: ein Urlaub in möglichst vielen Gegenden, in denen die Autonummer mit „H“ beginnt. Ich habe auf meiner Wanderung schon gut vorgelegt:
HH – Hamburg
HK – Heidekreis
H – Hannover
HM – Hameln
HOL – Holzminden
HX – Höxter
HOG – Hofgeismar
Heute hat ein Zwischenhoch für sommerliches Wetter gesorgt. Nach dem Frühstück musste ich den Berg zwischen Amelunxen und Beverungen überwinden.
Rüclblick auf AmelunxenZuerst war es der Asphaltweg unten, nun ein GraspfadGlücklicherweise schickt Komoot mich auf den rechten Weg…Rast auf der Hochebene zwischen Amelunxen und Beverungen
Für diese Aussicht auf Beverungen…
… gibt es diese Lieblingsbank
In Beverungen gibt es die Bundesstraße, da tobt das Leben. In den Seitenstraßen gibt es ganz schöne Häuser, aber es ist nichts los und dann gibt es an den Hängen die Villenviertel. Ich war mal wieder in einer Eisdiele, an der Hauptstraße natürlich. Dann habe ich das Wesertal endgültig Richtung Süden verlassen. Der letzte relativ freie Blick ins Tal zeigte einen Schandfleck, das AKW Würgassen.
Rückblick auf Beverungen
AKW Würgassen
Ganz oben habe ich zum Rasten eine Bank gesucht und fand eine veritable Hütte am Klüsserath-Platz.
Klüsserath Hütte
Statt der angekündigten knapp 16 km waren es bis zum Jägerhof in Langenthal gut 20 km.
Kurz vor Langenthal
Langenthal
In der Wirtsstube waren die Männer beim Bundesliga schauen, gerade hatte Freiburg gegen Dortmund das 2:0 erzielt. Das Zimmer ist direkt von außen zugänglich. Zu essen gibt es eigentlich nichts, aber da ich ohne Auto da bin und es sonst im Dorf nichts gibt, hat sich die Wirtin bereit erklärt, etwas zu machen. Statt des ursprünglich vorgeschlagenen Schnitzels bietet sie Brot mit Schinken, Mettwurst, Käse und Spiegelei an.
Zur Essenszeit kuckt der harte Kern immer noch Fußball, der Stammgast steht am Tresen und bekommt alle Viertelstunde ein Bier hingestellt. Von meiner Wanderunternehmung zeigt man sich beeindruckt und hat Verbesserungsvorschläge für die Route. Die Damen trudeln nach und nach ein und verschwinden im Keller zum Kegeln. Als der 3. Stammgast eingetroffen ist, verziehe ich mich mit meinem 3. Bier aufs Zimmer.
Rike ist heute nach Zierenberg gereist, dort hat sie sich für eine Woche ein Zimmer genommen. Ich plane sie Montag zu besuchen. Die Schwäche des Telefonnetzes lässt es nicht zu, dass wir miteinander telefonieren.
Amelunxen? Vorher hatte ich auch noch nie von der Existenz dieses Ortes gehört. Aber es lag in passender Richtung und Entfernung (knapp 20 km, tatsächlich hat Komoot 22 km gemessen. Dass es eine gute Wahl war, erfahren wir zum Schluss.
Erst um 10 bin ich tatsächlich aufgebrochen. Zunächst ging es durch die Altstadt Richtung Weser. Ein Spruch von Wilhelm Raabe passte gut zu meiner Unternehmung:
Bleib in den Stiefeln so viel als möglich
Der Platanen-bestandene Marktplatz hat südländisches Flair. Der hellgrüne waagerechte Streifen am Ende der Straße ist die moderne Weserbrücke.
Provence? – Holzminden!
Auf dem Weg war mir zuvor ein hohes hässliches Gebäude aufgefallen, es sah ein wenig nach Kirchenschiff aus. Aber am „Hafen“ klärte es sich auf: es handelt sich um einen Speicher. Stromaufwärts unter der Brücke hindurch ist ein Bergausläufer zu sehen. Es ist der Ziegenberg am Südrand von Höxter und für mich heute die einzig nenneswerte Erhebung.
Weser stromabwärts
Weser stromaufwärts
Holzminden Hafen
Schnell ist Holzminden auf dem Weserradweg verlassen. Im Rückblick erkennt man eine gewissen Ähnlichkeit des Kirchturms mit dem der Barmstedter Kirche
Holzmindener Schusterahle
Bei Lüchtringen wollte ich auf der Weserbrücke in der Mitte ein Grenzbild machen: links Niedersachsen, rechts NRW. Kurz vorher am Orstschild wurde ich gewahr, dass ich schon kurz nach Holzminden Niedersachsen verlassen hatte, die Weser ist gar nicht überall identisch mit der Landesgrenze. Lüchtringen gehört zm Kreis Höxter in NRW. Wenig später stieß ich auf die Stelle, an der eine Fähre zwischen Höxter und Lüchtringen verkehrte, als es die Brücke noch nicht gab.
Blick von defr Brücke bei stromaufwärts
ehemalige Fähranlegestellen
Lüchtringen
Nach Höxter rein bin ich auf dem ehemaligen Zubringer zur Fähre gelaufen, durch das Gewerbegebiet von Höxter. Alternativ hätte ich einen Umweg über das ehemalige Kloser Corvay machen können, das ich nun nur aus der Ferne gesehen habe.
Verschämt zeigt Höxter sein Bächle. Die Fachwerkhäuser präsentieren sich gerne. Allerdings ist die Fußgängerzone gerade Baustelle. Es soll wohl noch schöner werden. Die Wahl des Rastplatzes muss strategisch so erfolgen, dass man den Lärm der Baumaschinen nicht hört. Bei diesen Luxussanierungen kommt einem schon mal der Gedanke, dass es in NRW gerade Gegenden gibt, wo dringender etwas zu tun wäre…
Bächle
schöne Häuser
Pause
Höxter Altstadt
Die Altstadt ist schnell durchschritten, an beiden Enden passiert man den Grüngürtel, wo mal die Befestigungsanlagen waren.
Zügig geht es auf den Ziegenberg mit Blick zurück auf Höxter und irgendwo in weiter Ferne Holzminden. Man kann auch gelegentlich einen Blick auf die andere Seite der Weser werfen, hinter der sich der Solling erhebt.
Höxter
Solling
Blicke vom Ziegenberg
Gerade als ich auf dem höchsten Punkt meiner Tour bin, erwischt mich ein kleines Schauerchen. Danach wird es langsam schwülwarm. Für den Abstieg schlägt Komoot einen Weg vor, den ich zunächst gar nicht als solchen wahrnehme…
„hier links abbiegen!“
wenig später
Unten treffe ich auf eine sehr eindrucksvolle Esche. Auf der Suche nach einer guten Position zum Fotografieren finde ich im Gebüsch eine Hinweistafel, dass hier mal eine Barbaraquelle gefunden wurde, die man aber mangels Verwertbarkeit wieder verschlossen hat. Für mich gehört die mächtige Esche zur Quelle!
Esche
Erläuterung Barbaraquelle
Der Rest des Weges zieht sich etwas, auch weil Komoot gemerkt hat, dass es doch nicht nur 18,5 km sondern fast 22 km sind. In Amelunxen führt Komoot mich durch diesen netten Park:
Der Gasthof ist eine positive Überraschung. Ich dachte so: „irgendetwas zu essen werde ich wohl bekommen, Hauptsache ein Bett mit Dach über dem Kopf!“ Tatsächlich ist der Gasthof einerseits schon äußerlich frisch aufgepeppt, aber vor allem ist die Küche weit weg von miefiger Gutbürgerlichkeit. Er ist auch gut besucht. Mir munden Tafelspitz mit Meerettich auf gemischtem Salat und Kräuter-Crepes mit Pfifferlingen und Käseschaum vorzüglich- Allerdings ist dann für Nachtisch kein Platz mehr.
Heute war die Tour pillepalle gegen gestern, trotzdem war es härter. Der Ith steckt mir wohl noch in den Knochen.
Es fing schon mal an mit länger schlafen, dann beim Bäcker frühstücken
Es war fast 10, als die Tour begann. Aufregendes war nicht zu erwarten, 2 Aufstiege am Hang von Ebersberg und Burgberg, insgesamt ca 22 km. Solche Feldwege gab es auch im Flachland, allerdings nicht mit Ith im Hintergrund.
Ist das schon das Wesertal?
Es fing doch tatsächlich an zu regnen, zum Glück tauchte eine Hütte auf:
Kurz danach geriet ich an eine Schafherde, der angezeigte Weg zu einer Bachbrücke war nicht zu finden
Dieser Weg durch eine Canyon-artige Schlucht führte zwar auch zum Bach, aber es gab keine Spur einer Brücke
So ging ich wieder zurück zu den Schafen und dann am oberen Rand eines Abhangs zum Bach an einem Weidezaun entlang. Dahinter grasten Kühe und Jungbullen. Endlich entdeckte ich eine Brücke. Um dahin zu gelangen musste ich den Abhang hinunter über die Weide. Das versetzte die Tiere in Angst und sie galoppierten ans äußerste Ende der Weide. Das war mir ganz recht, so konnte ich unbeschadet zur Brücke gelangen und endlich meinen Weg auf der richtigen Bachseite fortsetzen. Allerdings fing es nun an zu regnen, so dass ich mein Regenzeug vorübergehend anplünnen musste. Mir fiel ein sehr spitzer Kirchturm auf. Beim Studium der Karte merkte ich, dass dort das Kloster Amelungsborn lag, in dem Rike schon oft zum Tanzen war.
Der Aufstieg zum Burgberg gifelte bei einem Kalksteinbruch; ich hatte zunächst einen Bunker assoziiert…
Beim Abstieg dann endlich Blick auf eine Ortschaft,
Welches Tier hier der Verkehr auf dem Feldweg nicht abschreckte, sich anzusiedeln?
Dann habe ich bereut, Komoot nicht besser kontrolliert zu haben: ab Bevern führte man mich über 4,5 km auf dem Radweg entlang einer Bundesstraße schnurgerade bis vor das Hotel. Um viertel vor 6 war ich endlich da. Zum Glück gab es im Hause etwas zu essen; Karotten/Ingwersuppe (etwas zu viel Ingwer), mit Schafskäse gegrillte Auberginenhälfte auf süßsauren Beluga-Linsen überstreut mit Passionsfruchtkernen und Rucola (oberlecker. Dazu hatte ich einen sehr leckeren Bioweißwein aus der Pfalz (Cuvee). Ich fand, ich hatte auch einen Nachtisch verdient: Wiener Eiskaffee (Kaffee-Eis mit heißem Espresso übergossen und Schlagsahne)
Das war heute die härteste Tour – ich hoffe, dass bleibt auch so. Der Ith-Kammweg ist eine sportliche Herausforderung. Immerhin gab es entgegen meinen Befürchtungen dann doch noch 1 Rastmöglichkeit. „Wir Pfälzer“ haben da andere Vorstellungen von Hüttenkultur. Hier brauchte es zur Entschuldigung für eine Hütte anscheinend einen bedeutenden Anlass: „Hier kreuzt der 52. Breitengrad den Ith-Kammweg“ steht auf dem Schild geschrieben:
die einzige Hütte auf dem Ith-Kammweg
Der Ith-Kammweg ist etwas ganz anderes als der Deister-Kammweg: dort verläuft eine Forststraße in der Nähe des Kamms, die bequem wenn nicht sogar etwas langweilig zu begehen ist – wenn nicht gerade Schnee liegt. Der Ith-Kammweg verläuft dagegen fast ständig auf dem Kamm, und zwar als Fußpfad. Man muss sich also ständig anstrengen; entweder körperlich, weil es bergauf geht, oder geistig, weil auch bergab Stolperfallen und Rutschpartien drohen. Und dabei sind wie gesagt Pausen zum Ausruhen nicht vorgesehen.
Trotzdem ist der Weg natürlich grandios. Das sollen die folgenden Bilder zeigen.
Am Beginn folgt der Aufstieg dem KansteinwegAm Pass der Landstraße von Lauenstein nach Westen ist der Kamm erreicht
Aber der Pass liegt bei 300 m, oben ist man erst bei 370 m und dann geht es ständig rauf und runter.
Nach Westen fällt der Ith über Felsenklippen steil ab, daher hat man tolle Ausblicke nach Westen, Richtung Weser
Nach Osten muss man Ausblicke suchen, erst bei einer Rodung hat man wirklich Sichtmein erster Rastplatz (mit Rückenlehne!)gegen Ende auch mal gemüliche Wege. links Leine, rechts Weser
KlippenWer bloß auf die Idee gekommen ist, entlang der natürlichen Grenze auch noch Grenzsteine aufzustellen?Rückblick auf eine Stufe, die ich nicht einfach zu überwinden fand.Ist das Kunst?ein typisches Wildtier, es muss wohl Kalkstein sein.Klippen von unten – da glaubte ich schon auf dem finalen Abstieg zu sein, aber es ging noch einmal richtig steil hoch.Endlich Eschershausen in Sicht. Das ist ja das Schöne in den Bergen: man sieht früh, wo man demnächst mal hinkommt.und hier im Rückblick der Ith
Da ich mich an die Hausnummer der Fereinwohnung nicht mehr erinnern kann, rufe ich Frau Lange an. Ich stehe genau vor ihrem Haus, nur auf der falschen Straßenseite.
Als erstes genieße ich ein Vollbad in der grünen Badewanne. Dann versuche beim empfohlenen Italiener Pizza zu essen, Mittwoch ist aber Ruhetag. Da bleibt dann nur die Falafel-Tasche beim Döner-Mann.