Von Thannenkirch – Melkerhof nach Fréland

Die Monstertour steht an. Deshalb gehe ich schon um 8 zum Frühstück, obwohl es das eigentlich erst um 8:30 gibt. Es ist wieder französisch, nur das Baguette ist nicht ganz sondern es gibt einige Stücke. Das ist aber voll OK. Der Hund stubst mich mit der Pfote am Bein an und zeigt mir den blauen Ball im Maul. Ich will aber nicht spielen…

Die Wirtin freut sich, dass ich auf Empfehlung meiner Frau da bin und gibt mir noch 2 Äpfel und 2 Madeleines mit auf den Weg. Falls ich unterwegs Hilfe brauche, soll ich mich gerne melden.

Ich will nicht den Umweg über das Dorf unten machen, dafür folgt erstmal ein kräftiger Aufstieg. Ich passiere wohl das Haus, das ich gestern für den Melkerhof gehalten habe, im Hintergrund Haut Koenigsbourg.

Unten liegt Thannenkirch

Grenzsteine, auch mit Rille zur Andeutung der Grenzrichtung gibt es zuhauf

Bald erscheint die erste Burg von Ribeauvillé, nämlich Ribeaupierre. Da gehe ich dran vorbei. Wenn das Dr leichte Weg ist, bin ich froh, den schweren nicht gemacht zu haben…

Ich höre hier auch schon die ersten Stimmen von anderen Wanderern, am Ulrichstein wird es richtig voll. Der Abstieg ist beschwerlich, voller toller Ausblicke und halb Ribeauvillé kommt mir entgegen. Einen Jogger mit leichtem Gepäck überholt mich halsbrecherisch bergab.

Schließlich komme ich unten an und finde in „Paula“ das erste geöffnete Café Richtung Innenstadt. Um 11 Uhr sitze ich und lasse viele Touristen passieren, auch in der typischen Straßeneisenbahn. Um 12 fühle ich mich fit für den 2. Akt.

Der Aufstieg ist viel angenehmer als befürchtet, fast durchgehend „Single Trail“ mit gleichmäßiger Steigung schräg den Hang hinauf. Der Ort und die Burgen werden allmählich kleiner.

Nach 1,5 Stunden am Col de Seelacker mache ich 1/2 Stunde Rast. Auf dieser Seite ist nicht viel los. Hier kommt zum ersten Mal ein Ehepaar vorbei, aber auf einem anderen Weg. Später kommt mir noch ein Jogger entgegen, das war es aber auch.

Schließlich erreiche ich um 15 Uhr den Gipfel Königstuhl

Besonders spektakuläre Felsen gibt es bei den Roches Tetras, aber auch ständig Grenzsteine.

Schließlich komme ich in den Talkessel mit Fréland. Hier liegen fast kitschig verstreut Almen mit Berghöfen und Wochenendhäuser. Um 10 nach 5 erreiche ich meine Herberge, der Schlüssel ist wie beschrieben im Schlüsselkasten und schließlich kriege ich die Tür auch auf, dänisches Prinzip, Griff nach oben drehen und dann schließen oder so. Ich esse die letzten Vorräte aus Ludwigshafen (Bahnhofsbäcker) und Ribeauvillé, zum Nachtisch eine halbe Tafel Schokolade aus der Speisekammer und bin nun satt. Die Eltern des Wirts (wohnen wohl unten oder sonst wie in der Nähe) werden um 8 das Frühstück bringen. Bis dahin werde ich ausgeschlafen haben.

Das Komoot-„Protokoll“