Kategorie: Luzthorn-BadDürkheim

  • 7. Tag — Handeloh – Schneverdingen

    7. Tag — Handeloh – Schneverdingen

    Einerseits war heute ein normaler Wandertag: es war vormittags trocken und sonnig, mittags gab es ein paar harmlose Tropfen am späten Nachmittag einen kräftigen Schauer (da war ich gerade im Schäferhof mit der Café-Pause fertig) und abends (ich war zum Essen im Alten Krog) schüttete es nochmal und gewitterte auch.

    Andererseits war es ein spezieller Tag. Weil ich in Handeloh keine Herberge gefunden hatte, musste ich jetzt das Quartier nicht wechseln. Das hatte 2 Vorteile: heute hatte ich weniger Gepäck zu schleppen und ein Teil des Gepäcks konnte tagsüber fertig trocknen, nachdem ich gestern Abend gewaschen hatte. Hier ein Foto der sauberen Herrenoberbekleidung:

    frisch gewaschen und getrocknet

    Ich fuhr also mit der Bahn wieder zurück nach Handeloh (damit ich den Zug bekam, musste ich beim Bäcker leicht hektisch frühstücken). Um 9:30 ging es in Handeloh los. Rike kann sich bestimmt an den herrlichen E1-Abschnitt entlang des  Seeve-Oberlaufs erinnern:

    In Wehlen ging es heute nicht weiter geradeaus nach Undeloh sondern rechts ab nach Süden, Die Wege waren aber auch hier sehr gerade:

    Komoot so: „Folgen Sie diesem Weg 2,3 km!“

    Zwischen Niederhaverbeck und Schneverdingen gab es große Heideflächen.

    Die Buchweizentorte war eine Enttäuschung: viel Sahne und in dem wenigen Teig auch noch wenig Buchweizen.

    Dafür war das Abendesssen im Alten Krug sehr gut. Es gab vegetarische gefüllte Paprika mit leckeren pfeffrig gewürzten Zucchini als Beilage. Aber das dollste war die Suppe vorweg, die Tagessuppe war eine Paprikasuppe. Das war eine kleine Zeremonie. Der Koch servierte persönlich: Auf einem warmen tiefen Teller brachte er klein geschnittene Paprika, Lauchzwiebeln, Zwiebeln und geriebene Karotte, der Rand garniert mit Majoranblättern: „Hier kommt die Paprikasuppe, die noch keine Suppe ist!“ In der anderen Hand hatte er eine Art Suppentopf mit einer feinen heißen Grundsuppe, die dann kunstvoll in den Teller gegossen wurde. – Sehr lecker!

    Der Brunnen vor dem Rathaus in Schneverdingen
  • 6. Tag Buchholz – Handeloh

    6. Tag Buchholz – Handeloh

    Der Tag begann mit einer Überraschung: es regnete! Laut Wetter-App sollte es aber im Laufe des Tages trockener werden, bisher war es ja immer umgekehrt. Das passte aber gut zum Sonntag, Frühstück erst ab 8, Aufbruch um 10. Mein Optimismus, dass es nun durchgehend trocken sei, wurde nicht erfüllt. Zum Glück hatte ich im Hotelzimmer das Anziehen des Regencapes geübt: ganz figelliensch wird erst hinten unten ein Band befestigt, dann das Cape nach hinten über den Rucksack geworfen. Wenn man dann zwischen den Beinen das Band ergreift, kann man das Cape doch über den prallen Rucksack nach unten ziehen. Diese Prozedur musste ich nach Untequerung der Bahn in der Nähe des Buchholzer Bahnhofs durchexerzieren; das Ergebnis sehen wir hier:

    Buckliges Regenmännchen

    Zur Belohnung gab es direkt aus dem Gebüsch rote Mirabellen! Die Regenhose allerdings wurde mir schnell zu warm und sooo doll regnete es nun auch wieder nicht.

    Es ging nämlich bergauf auf den 101 m hohen Höllenberg, danach gleich wieder steil bergab und in die Höllenschlucht, einen mindestens 500 cm tief eingeschnittenen Canyon mit steilen Wänden.

    Danach der echte Höhepunkt des Tages, der 130 m hohe Brunsberg (Komoot meint, ich habe heute 400 Höhenmeter gemacht – nicht schlecht für die norddeutsche Tiefebene…). Als wir den E1 gingen, waren Rike und ich schon mal hier, da haben wir die Aussicht genossen, heute war es trübe. Es war schön, bald wieder im windgeschützten Wald zu sein. Als ich endlich eine Bank gefunden hatte, gab es die wohlverdiente Rast. Das Aprilwetter hatte sich soweit stabilisiert, dass ich das Regencape verstauen konnte.

    Ich war sehr in Versuchung, das Büsenbachtal auszulassen, aber ich hatte ja Zeit und es war doch wieder so schön, dass ich sogar Bilder gemacht habe:

    Danach war Handeloh schnell erreicht und ich konnte mit dem Warten auf den Zug nach Schneverdingen beginnen. Das dauerte etwa 1,5 Stunden. Die Zeit verging mit einer Tasse Cappuccino wie im Fluge. Das ist übrigens eine interessante Erfahrung auf dieser Wanderung: Warten ist überhaupt nicht schlimm, sondern im Gegensatz zum Wandern Erholung pur.

    Um 16:30 fuhr pünktlich der Zug nach Schneverdingen, die Fahrt dauerte nur 11 Minuten. Der Weg zur Blumen-Villa in Schneverdingen hat länger gedauert, Schneverdingen ist ganz schön groß…

    Da ich 2 Nächte hier bleiben will, sah ich mich schon am Waschbecken Wäsche waschen. Aber es gibt hier sogar eine Waschmaschine zur freien Verfügung. Strümpfe, Hemden und T-Shirts werden wieder sauber sein!

    Im Gegensatz zu gestern war das Essen (Balkan) heute wieder sehr (Lamm-)Fleisch-lastig. Habe beschlossen, zukünftig zur Klimarettung beizutragen, indem ich auch in Restaurants weniger Fleisch esse.

  • 5. Hollenstedt – Buchholz in der Nordheide

    5. Hollenstedt – Buchholz in der Nordheide

    Heute ging es entspannter zu.Schon der Aufbruch war um 9:20 fast eine Stunde später als gestern. Der Weg führte zügig aus dem Ort heraus an die Este Richtung Autobahn. Kurz vor der Autobahn stieß ich unerwartet auf ein Viadukt, das vor sich hin modert

    Viadukt über die Este der aufgegebenen Bahnstrecke Buchholz-Bremervörde

    Die Autobahnbrücke dagegen ist so hässlich, dass ich sie nicht fotografieren mochte.

    Ich kam dann auch an einen historischen Ringwall. Hier dämmerte es mir, dass ich die Wanderung mit Ulrike und Marlene schon mal gemacht hatte.

    Infotafel Alte Burg bei Hollenstedt
    Alte Burg bei Hollenstedt. In der Mitte unhistorisch ein Kräutergarten

    In Bötersheim gibt es eine Eiche, die schon viel durchgemacht hat, aber immer noch stolz in den Himmel ragt.

    Damals waren wir auch nicht weiter als bis Bötersheim gekommen, diesmal habe ich die Este hier Richtung Buchholz verlassen.

    Mühlengebäude Bötersheim
    Mühlenteich Bötersheim (mit Reiher hinten rechts)

    Ich habe auf einer Bank am Teich eine ausführliche Rast gemacht, ungefähr zu gleichen Zeit wie gestern. Aber diesmal hatte ich erst 6 statt 12 km zurückgelegt und vor mir lagen auch nur noch 8 statt 20 km.

    Der Weg Richtung Osten nach Buchholz war zwar ein ausgewiesener Wanderweg (Verbindung Drestedt-Buchholz), aber er war nicht annähernd so nett wie der Estewanderweg. Immerhin nur Feldwege, keine Hauptstraßen. Um 14:30 war ich im Hotel, den Schauer um 15 Uhr haben ich im Trockenen erlebt.

    Ich habe dann versucht für morgen Abend ein Zimmer in Handeloh zu buchen, aber da ist voll die Touristensaison, nichts zu kriegen. Die Jugendherberge Inzmühlen gibt es nicht mehr.

    Schließlich habe ich mich entschieden etwas ab vom Zentrum der Heide in Schneverdingen ein Zimmer zu nehmen und zwar gleich für 2 Nächte: morgen fahre ich mit der Bahn von Handeloh nach Schneverdingen, übernachte da, fahre Montag früh mit der Bahn zurück von Schneverdingen nach Handeloh und laufe dann nach Schneverdingen.

    Die Privatbahnbetreiber der Strecke haben übrigens zu wenig Lokführer, deshalb fallen morgen viele Züge aus. Neben Urlaub und Krankheit scheint auch ein Grund zu sein, dass die Lokführer sich rechtzeitig um neue Stellen bemühen, weil der Betreiber im Dezember wechselt. Das bestätigt meine Beobachtung, dass der Kunde von der Privatisiererei nichts hat – nur Ärger.

    Abends habe ich sehr lecker im angeschlossenen Restaurant Henrys vegetarisch gegessen. Burrata und Sellerieschnitzel waren sehr lecker, der Silvaner auch

  • 4. Mittelnkirchen – Hollenstedt

    4. Mittelnkirchen – Hollenstedt

    Diese Tour war hart – 32 km lang und es drohten ab 14 Uhr Regen und Gewitter.

    Die ersten 50 m musste ich dreimal laufen, weil ich die Wanderstöcke bei Bernd vergessen hatte. Es ging auf dem Lühe-Deich vorbei an vielen prächtigen Häusern.

    Kurz hinter Horneburg waren 3 Kühe ausgebrochen. Eine blieb stehen und ließ mich vorbei, eine kletterte zwischen oberer und unterer Litze wieder zu ihren Artgenossen und eine wollte erst mit, kehrte aber dann doch wieder um.

    nun will sie doch zurück zu ihren Leuten

    Kurz vor 11 in Neukloster liefen in einem Restaurant die Vorbereitungen für die Öffnung. Ich bekam schon eine große Apfelschorle und habe etwas verschnauft. Es waren nur noch 20 km zu gehen.

    Erst ging es durch Wald oberhalb Neukloster, dann auf erstaunlich ruhigen Wegen durch Buxtehude ins Estetal

    Estequerung
    das liebliche Estetal
    Estewanderweg am Hang zum Estetal
    Nicht alle Bomber haben 1943 Hamburg erreicht
    es gab auch ein Stück Bohlenweg kurz hinter Moisburg

    Zwischen Moisburg und Hollenstedt wollte mich Komoot über diesen Weg über die Este schicken. Ich habe mir aber einen Parallelweg gesucht, der gangbar war.

    Um 15:30 erreichte ich glücklich das Hotel in Hollenstedt. Der Himmel bedeckte sich schon vor Moisburg bedrohlich und es grummelte auch. Es waren nicht zuletzt die fehlenden Einkehrmöglichkeiten, die es mir ermöglichten, vor dem kräftigen 16-Uhr-Regen anzukommen…

    Das Restaurant im Haus bietet exklusive italienische Küche (keine Pizza unter 10 €). Aber die Selleriesuppe mit Flußkrebsen und die gegrillte Makrele auf Miesmuscheln und Gemüse waren lecker.

  • 3. Pinneberg – Mittelnkirchen

    3. Pinneberg – Mittelnkirchen

    Heute gibt es nur einen Kurzbericht, weil ich bei Bernd übernachtete und es viel zu klönen gab. Bemerkenswert fand ich die Blindschleiche, die im Klövensteen meinen Weg kreuzte. Außerdem war es trocken bis ich unter Dach in Schulau auf die Fähre wartete.

    von Hamburg nach Wedel
    nach Wedel, Schulau
    Schulau, die Fähre nach Lühe kommt

  • 2. Barmstedt – Pinneberg

    2. Barmstedt – Pinneberg

    Ella wollte gerne mit:

    Anna meint, sie wollte Opa stoppen
    bin dann doch alleine los.

    Die Straße von Heede nach Hemdingen war wg. Bauarbeiten gesperrt. Ein Arbeiter meinte ich sollte die Umleitung über Bilsen nach Pinneberg laufen; habe ich aber nicht gemacht…

    Erste Rast bei Harald und später noch kurz Sabine in Hemdingen.

    netter Weg in Hemdingen

    Dann ging es weiter Richtung Himmelmoor, Borstel-Hohenraden. Wenig Autos und Fußgänger, öfter mal Radfahrer*innen. Silvis Hofladen war leider geschlossen. Auf den Wiesen der Bilsbek-Niederung viele Störche. Ungefähr um 3 war ich an der Pinnau, da kam auch die Sonne raus und es wurde richtig warm.

    im Pinneberger Fahlt

    Nach der Bahnunterquerung mit der Mühlenau-Brücke ist es nicht mehr weit zum Hotel. Das Gefühl in den Beinen lässt Muskelkater erwarten…

    Das Hotelzimmer bietet sogar eine Badewanne für ein Entspannungsbad. Danach geht es in die vom Hotel empfohlene Taverna Kronos

    Mini Tintenfische in Rosmarinöl und gebratene Sardinen mit Tsatsiki, zum Abschluss der obligatorische Mokka
  • 1. Etappe Lutzhorn – Barmstedt

    1. Etappe Lutzhorn – Barmstedt

    Gute Startlaune um 13:45

    Mit Unterstützung dieser beiden Jungwanderer habe ich die ersten 4,2 km in 1 Stunde zurückgelegt. Es gab keine Blasen!

    Jontes Einschulung war Termin bestimmend